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| | Johann Strauss Die Fledermaus Carlos Kleiber€ 14.99 DIE FLEDERMAUS GA.
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Johann Strauss - Die Fledermaus / Carlos Kleiber
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| | | | Überraschende Besetzung Wenn man sich die Besetzung durchliest, stutzt man zunächst einmal. Gabriel Eisenstein (Tenor) wurde mit dem Bariton Hermann Prey besetzt, und der Prinz Orlofsky (Mezzosopran) mit Iwan Rebroff (Bass)! Was Prey angeht, so braucht man sich keine Sorgen zu machen: Er singt die Rolle einfach hervorragend. Rebroff trifft die hohen Töne dagegen nur selten. Dafür ist die Besetzung unter den Frauen Spitze: Varady eine unvergessliche Rosalinde, Popp eine Adele erster Klasse. Ein weiterer Pluspunkt der Aufnahme: Das ausführliche Beiheft. Man findet alle Texte, was enorm hilft, die Texte auch gesungen zu verstehen.
| | Carlos Kleiber und diese Fledermaus Gesamtaufnahme Julia Varady als Rosalinde makellos und blendend und die ungarische Gräfin nimmt man ihr ab, auch die etwaige Romanze mit Alfred, wenn ihr Gatte im Gefängnis wäre. Sie ist da hin und her gerissen und besitzt den Charme das zu zeigen.
Lucia Popp, da noch die Adele, eine typisch Wienerische, denn welcher Wiener hat nicht seine Ahnen in der Tschechoslowakei. Die Koleraturen makellos, und das Kammermädchen das zur Bühne will, mit Evi List als Ida kräftig unterstützt, zumindest im 3. Akt.
Hermann Prey ist ein sehr guter Eisenstein, der mit Bravour sich selbst mit seiner Gattin betrügt.
Iwan Rebroff ist gewöhnungsbedürftig, da will ich nichts sagen, deshalb nur 4 Punkte.
Bernd Weikl ist hier der Dr. Falke mit viel Humor, und der unverwüstliche Ferry Gruber der stotternde Dr. Blind.
Als Alfred schmachtet René Kollo, sehr passend und zum Lächeln.
Franz Muxeneder hat ja auf der Bühne bewiesen welch guter Frosch er war.
Die Dialogregie ist vom unverwüstlichen Otto Schenk, wenn er mitmacht kann nur etwas Gutes rauskommen.
Das Bayrische Staatsorchester und der Bayrische Staatsopernchor unter Erich Kleiber, das sagt Alles - aber nur besonders Gutes, denn gerade Erich Kleiber nahm Johann Strauss genauso ernst wie Richard, ob Strauss ob Wagner oder Verdi.
Eine blendende Fledermaus, ich habe sie, unter 10 anderen Gesamtaufnahmen, noch auf LP, ich weiß, was gut ist.
| Die Referenzaufnahme Ich besitze diese Aufnahme nun schon einige Jahre und bin nach wie vor schwer begeistert. In der Zwischenzeit habe ich auch viele andere Aufführungen gesehen und gehört, u.a. die Harnoncourt-Aufnahme. Keine von diesen kommt aber - u.a. im Fall von Harnoncourt trotz akribischer musikalischer Arbeit - auch nur annähernd an diese Qualität heran.
Als erstes und über allem anderen ist das Dirigat zu loben: Strauß' Musik kommt so schwungvoll, elegant, tänzerisch und lebendig daher wie ich sie sonst noch nie gehört habe. An den richtigen Stellen sitzen die Rubati, die Tempi sind genau richtig, und auch die zahlreichen ironischen Stellen kommen mit dem nötigen leichten Augenzwinkern daher. Wie auch jede andere von Carlos Kleibers Aufnahmen (dies ist keine Übertreibung) ist diese einfach fantastisch dirigiert; man erkennt das Orchester der Bayriscchen Staatsoper nicht wieder.
Sängerisch gilt dasselbe. Jede einzelne Rolle ist gesanglich und schauspielerisch (bzw. sprachlich in den Sprechszenen) wie für den jeweiligen Sänger geschrieben. Julia Varady in "Klänge der Heimat", Lucia Popp als aufmüpfige, adrette Kammerjungfer und nicht zuletzt als "angehende Künstlerin", Hermann Prey als tollpatschiger und schürzenjagender Eisenstein, René Kollo als Liebhaber des schönen Gesangs (und nicht nur dessen...), um nur die wichtigsten zu nennen, sind einfach die erste Sahnebesetzung für dieses Stück; bis hin in die Nebenrollen! Dies gilt auch - nach anfänglicher Skepsis - für Ivan Rebroff! Es war sicherlich ein Risiko, ihn zu besetzen, aber es ist absolut aufgegangen. Anders als die üblichen Mezzo-Soprane ist er ein glaubhafter androgyner, dekadenter und dauergelangweilter Prinz. Gerade die mangelnde Perfektion seiner Stimme passt vollkommen in die Sektlaune des Werks und macht auch den Orlovsky dieser Aufnahme einzigartig.
Schließlich rundet Otto Schenk als Gerichtsdiener mit wienerischem "Schmäh" und ein einzigartiger Opernchor diese sagenhafte Aufnahme ab. Bei Carlos Kleiber wäre aber auch kaum etwas anderes zu erwarten gewesen...
Eine meiner besten CDs - unter den Opern-/Operettenaufnahmen und überhaupt!
| | Gemischte Gefühle Der große Wurf ist das beim besten Willen nicht geworden. Julia Varady als Rosalinde klingt reichlich bieder, Lucia Popp hätte in diese Rolle weit besser gepaßt. Sie ist allerdings eine fabelhafte Adele. Hermann Prey als Eisenstein ist kein Wiener, dem das Temperament durchgeht, das wirkt darstellerisch zu steif, gesanglich geht er in Ordnung. Auch die anderen Herren sind solide, René Kollo ist allerdings ein überreifer Alfred, das hätte eine Parodie werden müssen, klappt aber nicht. Iwan Rebroff ist weit schlimmer als nur eine Fehlbesetzung, sein lächerliches und albernes Gejaule ist eine Zumutung
| Genial dirigiert, gemischte Sänger Mit anderen Sängern hätte diese Einspielung mindestens fünf Sterne verdient:
Carlos Kleiber entzündet im Orchestergraben ein echtes Feuerwerk, temperamentvoll und trotzdem extrem präzise. Und wenn man einmal einen Blick in die Partitur wirft, merkt man erst, wie frei die meisten Dirigenten mit dem Stück umgehen. Bis heute ist Kleibers Deutung unübertroffen.
Leider kommen die Sänger da nur teilweise mit: Die Damen gehören zum besten, was die Aufnahmegeschiechte zu bieten hat. Julia Varady ist eine sehr warmherzige Rosalinde, der der Czardas einmal nicht zur Parodie gerät, und Lucia Popp als Adele ist eher eine Rosalinde in spe als nur die übliche Soubrette.
Die Männer dagegen sind durchgehend bestenfalls ordentlich: Sicherlich übersteht Hermann Prey die Höhe der Partie des Eisenstein, aber man hört, dass es ihn mehr Kraft kostet als einen Tenor. Außerdem fehlt ihm der Wiener Schmäh, den die Rolle auch braucht - ein sehr preußischer Eisenstein.
Bernd Weikl singt den Falke ordentlich, aber nicht überragend.
Rene Kollo ist eine Fehlbesetzung als Alfred: Vom Klang her schon kein lyrischer Liebhaber, sondern alternder Playboy, kämpft er technisch mit der Partie, und quetscht sich so durch.
Das alles aber ist nichts gegen die Frechheit, die Ivan Rebroff einem als Prinz Orlofsky zumutet: Wenn schon ein Falsettist, dann bitte wenigstens ein ausgebildeter Countertenor, und nicht dieses unzumutbare Gejammer. Das ist Folter für die Ohren!
Und deshalb kann diese Aufnahme trotz des Dirigenten und der beiden Hauptdarstellerinnen insgesamt nicht überzeugen. Ich empfehle statt dessen die nur wenig schlechter dirigierte zweite Karajan-Aufnahme bei Decca mit Güden, Köth, Kmentt, Berry, Waechter, etc.
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