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Sämtliche Sinfonien 1 10 Ga

54.17


SINFONIEN 1 - 10 GA.
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Sämtliche Sinfonien 1 - 10 (Ga)

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Ein solides Gesamtpaket
Gustav Mahlers Sinfonien erfreuen sich seit Bernsteins legendärem Sony-Zyklus aus den 60er Jahren immer größerer Beliebtheit. Neben unzähligen Einzelaufnahmen gibt es mittlerweile auch eine beträchtliche Anzahl an (guten bis hervorragenden) Gesamteinspielungen. Auch wenn man Mahlers Musik unter scheinbar unendlich vielen Aspekten betrachten kann, wird es doch immer schwerer, seinen Platz in dem mittlerweile hart umkämpften Markt zu behaupten.

Was also ist von der vorliegenden Box zu erwarten? Die Rahmenbedingungen sind ideal: ein gestandener Dirigent, mit dem Concertgebouw Orchester Amsterdam einer der weltbesten Klangkörper (nur die unvollendete Zehnte wird vom RSO Berlin gespielt), dazu eine moderne Aufnahmetechnik. Chailly wählt meist eine eher unaufgeregte Herangehensweise, arbeitet kleinste Details heraus, die sich schließlich zu einem großen Ganzen zusammenfügen. Am besten funktioniert dies m.E. für die Sinfonien 3, 5, 9 und 10, die ich als die Höhepunkte dieser Box bezeichnen würde. Die restlichen Sinfonien sind gut, für mich aber nicht erste Wahl, da hier die Emotionen und Widersprüche, für die Mahler zweifelsfrei steht, etwas zu kurz kommen.

Mit der Anschaffung dieser Box macht man sicher keinen Fehler: die Hauptvorteile sind das spitzenmäßige Orchesterspiel, die Konsequenz der Interpretation sowie nicht zuletzt der Klang. Allerdings würde ich die beiden legendären Bernstein-Zyklen (Sony und DG) eindeutig vorziehen. Wie kein zweiter scheint Bernstein Mahlers Geist verinnerlicht zu haben und auszuleben; seine Aufnahmen bieten noch ein höheres Maß an Spannung, Emotion, Kontrasten und Raffinesse.
 
  Orchester in Höchstform
Das Royal Concertgebouw Orchestra läuft hier zu seiner Höchstform auf. Alle Instrumente sind klar herauszuhören, trotzdem entsteht hier immer ein stimmiges Gesamtklangbild mit einer großen Klangfülle.

Wirklich ein Hochgenuss, ein Kauf ist trotz des nicht ganz niedrigen Preises sehr zu empfehlen!
 
Wunderbarer Mahler-Zyklus
Riccardo Chailly hat sich von einem ausgezeichneten Operndirigenten mittlerweile zum sehr beliebten Chef des Amsterdamer Concertgebouw-Orchesters hochgearbeitet. Er kann von sich behaupten, einer der interessantesten Mahler-Dirigenten geworden zu sein. Sein Karriereweg war am Anfang sehr steil; nach einem Einbruch und einer kurzen Krise begann er dann, sich alles ernsthaft zu erarbeiten - und hat heute einen interessanten Status erreicht.

Ohne zuviel zu romantisieren und zu verzärteln, gelingt Chailly mit dem Concertgebouw-Orchesters (Symphonien 1-9) und dem Radio-Symphonie-Orchester Berlin (Symphonie Nr. 10) dieses Monsterwerk wie "aus einem Guss". Die Liste der weiteren Mitwirkenden ist lang und sehr gut besetzt mit z.B. Melanie Diener, Petra Lang, Jane Eaglen, Anne Schwanewilms, Sara Fulgoni und nicht zuletzt Ben Heppner. Auch die Chöre sind außerordentlich gut besetzt mit dem Prager Philharmonic Choir, dem Netherlands Radio Choir und dem Netherlands Children's Choir. Die Chöre fügen sich sehr gut in den Klang des Orchester ein und zeigen eine stimmige Leistung.

Bereits zu Mahlers Lebzeit war neben Wien Amsterdam dank Willem Mengelberg eines der Hauptzentren der Pflege seines Werks, später (1961 bis 1988) fortgesetzt unter Bernard Haitink, den Riccardo Chailly als Chefdirigent des Royal Concertgebouw Orkest abgelöst hat (1988 bis 2004). Im Lauf dieser Jahre hat Chailly seinen Mahler-Zyklus erarbeitet.

Erstaunlich, dass dessen lange Entstehungsphase künstlerisch keine Brüche offenbart. Die hier integrierte Einspielung der Zehnten in der Aufführungsfassung von Deryck Cooke stammt von 1986, der letzten Phase Chaillys als Chef des Radio-Symphonie-Orchesters Berlin. Hauptkennzeichen von Riccardo Chaillys detailscharfem Mahler-Bild sind gemäßigte, Kantabilität Entfaltungsraum gewährende Tempi, klare Disposition der melodischen Linie, der Farbwerte, ihrer Mischungen, auch der differenzierten dynamischen Stufungen, dramatischer Impetus, eine nie von außen einwirkende, vielmehr aus der Partitur gewonnene, trotz Verwerfungen und Zuspitzungen in sich ruhende Ausdruckskraft.

Der phänomenale Zyklus bezieht seine Intensität und Qualität auch aus den Leistungen der Orchester, ihrer Solisten, der Sängerinnen, Sänger und Chöre sowie der brillanten Aufnahmetechnik.

Dieser Mahler Zyklus von Chailly kann sich nicht nur mit den Aufnahmen von Sir Georg Solti und dem Chicago Symphony Orchestra und denen von Sir Norman Rattles Berliner Philharmonikern messen, sondern übertrifft sogar. Sehr empfehlenswert!