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Winterreise

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Winterreise

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DFD im Herbst
Fischer-Dieskau hat die Winterreise oft gesungen und oft eingespielt. Seine erste Aufnahme war 1948 mit dem Pianisten Billing. Diejenige mit Brendel war nun über 30 Jahre später. DFD ist nicht gut bei Stimme. Aber schadet dies der Winterreise ? Es ist ein Zyklus schauriger Lieder- dessen Charakter man ruiniert, wenn man zu glatt und schön singt ( Hampson) DFD hat im Laufe der Jahrzehnte immer mehr Gefühl aus dem Zyklus genommen, fand seine eigenen frühen Interpretation später nicht mehr gelungen, weil zu gefühlig. Gerade in der persönlichen Gebrochenheit liegt die Bedeutung dieser Aufnahme. Brendel ist ohnehin ein tiefsinniger Schubert-Interpret. Von daher eine ideale Kombination.
 
  Ein Sänger in seinem Element
Diese Aufnahme der Winterreise besitzt für mich eine absolute Ausnahmestellung unter allen Einspielungen. Ein Sänger, Dietrich Fischer-Diskau, der so oft zu hören war, oft umstritten, z.B. bei Opernaufnahmen, dessen größte Stärke aber seit jeher die Interpretation von Kunstliedern, vor allem von Schubert war, dazu ein Pianist, der eine große Karriere als Solist gefeiert hat: Alfred Brendel. Diese Kombination zweier Stars bringt hier eine Aufnahme der Winterreise hervor, die an Souveränität und Geschlossenheit kaum zu übertreffen ist. Schubert selbst nannte den Liederkreis "schauerlich"; damit meinte er wohl diese verzweifelte Grundstimmung, die uns hier immer wieder deutlich gemacht wird, der umherirrende Jüngling wird uns vom ersten bis zum letzten Lied bewusst. Brendel und Fischer-Diskau bilden eine perfekte Symbiose, die Interpretation ist vom ersten bis zum letzten Lied vorbildlich. Die beiden Künstler verfallen nie in hemmungslose romantische Schwämererei und tun dem Gesamtwerk damit einen riesigen Gefallen. Mein Tipp: Kaufen, vor allem zu diesem Preis