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Ideen Berichte[CACHE_20100730] Interessant...Wiener Klassik verwandt. So verwendete z. B. Haydn in seiner Sinfonie Nr. 94 ein österreichisches Kinderlied.
In dem Konzert "Wiener Klassik authentisch" werden die Kammermusikwerke der Wiener Klassik mit historischen lnstrumenten aufgeführt. Dadurch erhält ...
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| | | | Ultimativ "richtige" Aufnahme Diese Aufnahme ist von der Interpretation selbst als auch von der Qualität der Interpreten nicht zu toppen. Selbst die Aufnahmequalität ist in Anbetracht des Datums sehr ordentlich.
| | Exorbitant Ludwig van Beethovens neunte Sinfonie in d moll op. 125 stellt den Gipfelpunkt der Musikgeschichte, ja, der Kunstgeschichte dar. Vorher wie nachher wurde kein besseres, bedeutenderes und emotionaleres Werk geschaffen. Was Wunder, dass Aufführungen desselben vornehmlich für Festtage vorbehalten sind. Für jeden Dirigenten ist es eine Bewährungsprobe, dieses Stück zu Gehör zu bringen. Nicht nur technische Anforderungen machen es zu einem schwierigen Stück, sondern auch die Tatsache, dass der Dirigent den Kern des Oeuvres treffen muss. Frenc Fricsay ist das in den späten 50ern mit den perfekt spielenden Berliner Philharmonikern gelungen.
Der Einbruch des Schicksals im ersten Satz ist packend, fesselnd und zutiefst bestürzend. Fricsay trifft das Tempo genau; er spielt weder zu gehend, was dem Ganzen den Ernst rauben würde, noch zu langatmig, was die Wirkung des dargestellten Schicksalsschlages abschwächen würde. Jede Nuance ist getroffen, Gänsehaut garantiert. Der Klang der Bläser ist bestechend. In der Coda schafft es Fricsay wie kein anderer, die Dringlichkeit, die Unaufhaltsamkeit des Schicksals zu betonen, zu nuancieren und unmissverständlich zu verdeutlichen.
Das Scherzo ist perfekt. Was für ein dämonischer Ritt! Welten scheinen über dem Hörer zusammen zu brechen. Mit unerbittlichem Impetus fährt das Unglück durch die Welt, nur selten durch einige Dur Akkorde aufgelockert. Das Trio hingegen scheint schon einen erfreulichen Ausblick auf den Freudentaumel des Finals geben zu wollen.
Besondere Hervorhebung verdient der langsame Satz. Es ist heute leider eine Untugend entstanden, die diesen Satz fast gedankenlos schnell wegmusiziert. Dabei hatte Beethoven es durchaus im Sinn, diesem erhabenen Adagio sehr viel Zeit zu lassen, damit die Balance des Werkes nicht kippt respektive des monströsen Finals. Diesem genialen Satz, dem bei Beethoven nur noch das Adagio der Hammerklaviersonate und der Heilige Dankgesang des 15. Streichquartetts gleichkommen, lässt Fricsay genug Zeit, um Ruhe, Liebe und Linderung des Schmerzes zu gewähren.
Aber dann das Finale: Schneidende Akkorde der tiefen Streicher verkünden Unmut darüber, dass noch keine Lösung gefunden worden ist. Allmählich entwickelt sich das Freudenthema, das dann im ganzen Orchester zu hören ist: eine Sternstunde! Ein letztes Mal schneiden die tiefen Streicher, dann beginnt das Rezitativ. Insbesondere der gesanglichen Leistung von Irmgard Seefried (Sopran), Maureen Forrester (Alt), Ernst Haefliger (Bariton), Dietrich Fischer Dieskau (Bass) sowie des Chores der St. Hedwigs Kathedrale Berlin ist es zu verdanken, dass der schönste Teil des Finals, das Andante maestoso, und der Schluss des Freudentaumels dem Hörer unendlichen Dank, unendliche Freude angedeihen lässt. Es rührt immer wieder zu Tränen.
Es gibt Dinge, auf die Menschheit Stolz sein muss. Beethovens Neunte ist die Essenz des Stolzes.
Vor diese grandiose Aufnahme ist Beethovens beste und bekannteste Ouvertüre zu Goethes Trauerspiel "Egmont" geschoben, quasi eine fünfte Sinfonie in klein. Welche Trauer im Anfang, welches Pathos im Aufbegehren, welche Ekstase im Finale! Auch diese Ouvertüre wird etwas sein, was bleibt.
Für eine Aufnahme dieses Alters ist die Klangqualität sehr lobenswert.
Fazit: Wie immer sind The Originals eine sichere Bank beim Einkauf. Besonderes Lob verdient die sehr gelungene Zusammenstellung der Titel. Eine CD, die bleibenden Wert hat und gewiss immer einen Sonderstatus genießen wird.
| Meine erste LP Was soll ich sagen, ich wurde zu dieser Rezension aufgefordert. - Zweifellos eine Sternstunde der Schallplatte. - Mit 15 Jahren (1959) bekam ich diese LP geschenkt. Allein die Ausführung (rote Leinenkasette mit Goldaufdruck) faszinierte mich. Von der Interpretation hatte ich keine Ahnung. Noch nie hatte ich "Die Neunte" live oder auf LP gehört. Wer war Ferenc Fricsay? Ich betrat Neuland. Von nun an hörte ich so oft wie möglich jeden erreichbaren Sender, der Klassik brachte. Sparte mein Taschengeld, um in der nahegelegenen Großstadt (Aachen) das eine oder andere Konzert zu besuchen. Dann kam die Oper, Liederabende usw. usw. usw. hinzu .... Zufällig entdeckte ich beim Stöbern auf amazon.de diese CD. Meine LP hörte sich inzwischen grauenvoll an, die (Original-)Hülle hängt heute, als Schmuck neben meinen CD-Regalen. Beethoven-Aufnahmen nehmen einen großen Platz in meiner Sammlung ein. Wieviel Gesamt- oder Einzelaufnahmen der Werke dieses genialen Komponisten, mit den verschiedenen Interpreten, in meiner Sammlung stehen, kann ich bald nicht mehr ad hoc aufzählen. Ebenso geht es mit Bach, Mozart, Bruckner, Mahler, Wagner und vielen anderen ..... Aber diese CD nimmt einen,ausgesprochen besonderen, Platz ein! Jedem "Neuling" darf ich diese CD empfehlen - und mit anderen Interpretationen vergleichen. CD einlegen, zurücklehnen, anhören und - genießen!!!!!
| | Kontrollierte Extase Diese Einspielung der Neunten von Beethoven überzeugt durch den emotional-kontrollierten Zugang des Dirigenten zu diesem Werk. Die Intention des Dirigenten wurden vom Orchester, den Solisten und dem Chor hervorragend umgesetzt. Man kann die Innenspannung förmlich spüren, die dieses Werk zusammenhält und auch der Schlusssatz kann im Gesamtkontext dieses Niveau (fast) halten. Das Sängerquartett überzeugt und der Chor ist relativ gut durchhörbar. Die Klangqualität ist für eine 50 Jahre alte Aufnahme mit kleinen Abstrichen erfreulich gut.
| Spitzenklasse Die Neunte Symphonie Beethovens ist ein Werk, das nicht nur einfach wunderschön ist, sondern noch viel mehr bietet. Der Unterschied zwischen heutigen Interpretationstraditionen und früher gängigen Klangidealen lässt sich an ihr sehr gut darstellen - hören Sie mal Furtwängler und dann Norrington mit den London Classic Players nacheinander. Insbesondere im Choral zeigt sich auch, dass die Neunte ein sehr monumentales Werk ist, das mit seinem vollmundigen Pathos, der schon aus Schillers Text entsteht in der heutigen Zeit, in der wir Pathos meist eher misstrauisch begegnen hohe Ansprüche an Solisten, Chor und Orchester darstellt. Trägt man etwas zu dick auf, so geraten zumindest für meinen Geschmack manche Parts des Chorals schnell zu ihrer eigenen Karikatur. Schon der Beginn des Choral, häufig als: "Oh Froooohohohoiiiiiinde, nicht diese Töne!" dargeboten gerät auch bei vorzüglichen Baß- oder Baritonsolisten schnell mal ins Lächerliche, was eine ungewollte Übereinstimmung und Selbstbezüglichkeit zwischen Gesang und Text entstehen lässt - will sagen: bei manch einem Sänger dachte ich mir auch: "Oh, Freund! Nicht diese Töne!"
Diese Klippe umschifft für meinen Geschmack niemand so gelungen wie Dietrich Fischer-Dieskau. Weder verschluckt er etwas, noch huscht er über diesen Part hinweg, noch klingt singt er ihn in der oben beschriebenen Weise, sondern er meistert diese Stelle einfach mit Bravour. Ernst Haefliger "Froh, wie seine Sonnen fliegen!" finde ich nicht ganz so gelungen. Als Tenor für die Neunte scheint mir Peter Schreier, den Sie z.B. bei Karajan, 1977 oder bei Blomstedt finden einfach unübertroffen.
Auch für die Solistinnen ist der Choral der Neunten nach meinem Dafürhalten etwas sehr schwieriges. Wer hier mit viel Vibrato und voller Inbrust schmettert gerät schnell in das von mir geschilderte karikaturartige. Irmgard Seefried und Maureen Forrester bewältigen diese Schwierigkeit mit Bravour und bieten eine eindrucksstarke und sehr gute Leistung.
Da Beethoven den Chor insbesondere gegen Ende hin manchmal in höchste Höhen führt, entsteht hier für meinen Geschmack ein Dilemma - ist der Chor eher klein (Beispiele Norrington mit LCP oder Järvi), so geht etwas vom Pathos und der Ausdruckskraft verloren. Zu große Chöre hingegen führen dazu, dass das ganze übersteuert und einfach zu wuchtig klingt. Davon ausgehend, dass es nur mehr oder minder schwere Ausprägungen dieser Extreme gibt (Dilemma-Struktur), so tendiert der Chor der St.-Hedwigs-Kathedrale in die letztgenannte Richtung. Es klingt wuchtig, aber eben noch nicht lächerlich und doch schlussendlich nicht zu heftig. Es steckt viel Pathos in dieser Aufführung, aber es ist adäquat.
Zu den übrigen Sätzen und damit zur Interpretation: der erste Satz gefällt mir in nahezu jeder Spielweise, wobei ich eine leichte Präferenz für ein etwas zügigeres Tempo und eine etwas transparentere Spielweise habe - Järvi ist ein gutes Beispiel. Aber Fricsay bietet eine sehr schöne Alternative im traditionelleren Stil. Am zweiten Satz gefällt mir persönlich die Tatsache, dass ich in diesem Satz am meisten das Alter der Aufnahme heraushöre. Die Pauke beispielsweise klingt eher etwas dumpfer und hallender, was mir gut gefällt. Bei Karajan finde ich persönlich noch etwas mehr Temperament, aber Fricsay macht seine Sache sehr gut.
Der dritte Satz ist für meinen Geschmack eher ein Schwachpunkt. Hier ziehe ich die historisch informierte schnellere Spielweise (z.B. Norrington oder v.a. Järvi) vor. Bei allen Altmeistern zieht sich dieser Satz ins gefühlt unendliche. So auch hier.
Die Dissonanz zu Beginn des 4. Satzes und des Chorals finde ich bei Fricsay etwas zu zurückgenommen. Ansonsten eine sehr gute Dirigenten- und Orchesterleistung.
Meine persönliche Referenz bleibt zwar Karjana, 1977, aber Fricsay ist eine extrem gute Alternative. Freue mich, dass ich diese gefunden habe. Schon alleine Fischer-Dieskaus Leistung wäre die Kaufempfehlung wert.
Solche Klasse zu diesem Preis! Kaufen!
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