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Sinfonie No. 9

6.66


Klassik - CD..

Symphonie Nr. 9 / Egmont - Ouvertüre.
  • Unverb. Preisempf. € 10.83
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  • 10 Bewertungen: 5.0




Sinfonie No. 9

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Meine erste LP
Was soll ich sagen, ich wurde zu dieser Rezension aufgefordert. - Zweifellos eine Sternstunde der Schallplatte. - Mit 15 Jahren (1959) bekam ich diese LP geschenkt. Allein die Ausführung (rote Leinenkasette mit Goldaufdruck) faszinierte mich. Von der Interpretation hatte ich keine Ahnung. Noch nie hatte ich "Die Neunte" live oder auf LP gehört. Wer war Ferenc Fricsay? Ich betrat Neuland. Von nun an hörte ich so oft wie möglich jeden erreichbaren Sender, der Klassik brachte. Sparte mein Taschengeld, um in der nahegelegenen Großstadt (Aachen) das eine oder andere Konzert zu besuchen. Dann kam die Oper, Liederabende usw. usw. usw. hinzu .... Zufällig entdeckte ich beim Stöbern auf amazon.de diese CD. Meine LP hörte sich inzwischen grauenvoll an, die (Original-)Hülle hängt heute, als Schmuck neben meinen CD-Regalen. Beethoven-Aufnahmen nehmen einen großen Platz in meiner Sammlung ein. Wieviel Gesamt- oder Einzelaufnahmen der Werke dieses genialen Komponisten, mit den verschiedenen Interpreten, in meiner Sammlung stehen, kann ich bald nicht mehr ad hoc aufzählen. Ebenso geht es mit Bach, Mozart, Bruckner, Mahler, Wagner und vielen anderen ..... Aber diese CD nimmt einen,ausgesprochen besonderen, Platz ein! Jedem "Neuling" darf ich diese CD empfehlen - und mit anderen Interpretationen vergleichen. CD einlegen, zurücklehnen, anhören und - genießen!!!!!
 
  Kontrollierte Extase
Diese Einspielung der Neunten von Beethoven überzeugt durch den emotional-kontrollierten Zugang des Dirigenten zu diesem Werk. Die Intention des Dirigenten wurden vom Orchester, den Solisten und dem Chor hervorragend umgesetzt. Man kann die Innenspannung förmlich spüren, die dieses Werk zusammenhält und auch der Schlusssatz kann im Gesamtkontext dieses Niveau (fast) halten. Das Sängerquartett überzeugt und der Chor ist relativ gut durchhörbar. Die Klangqualität ist für eine 50 Jahre alte Aufnahme mit kleinen Abstrichen erfreulich gut.
 
Spitzenklasse
Die Neunte Symphonie Beethovens ist ein Werk, das nicht nur einfach wunderschön ist, sondern noch viel mehr bietet. Der Unterschied zwischen heutigen Interpretationstraditionen und früher gängigen Klangidealen lässt sich an ihr sehr gut darstellen - hören Sie mal Furtwängler und dann Norrington mit den London Classic Players nacheinander. Insbesondere im Choral zeigt sich auch, dass die Neunte ein sehr monumentales Werk ist, das mit seinem vollmundigen Pathos, der schon aus Schillers Text entsteht in der heutigen Zeit, in der wir Pathos meist eher misstrauisch begegnen hohe Ansprüche an Solisten, Chor und Orchester darstellt. Trägt man etwas zu dick auf, so geraten zumindest für meinen Geschmack manche Parts des Chorals schnell zu ihrer eigenen Karikatur. Schon der Beginn des Choral, häufig als: "Oh Froooohohohoiiiiiinde, nicht diese Töne!" dargeboten gerät auch bei vorzüglichen Baß- oder Baritonsolisten schnell mal ins Lächerliche, was eine ungewollte Übereinstimmung und Selbstbezüglichkeit zwischen Gesang und Text entstehen lässt - will sagen: bei manch einem Sänger dachte ich mir auch: "Oh, Freund! Nicht diese Töne!"

Diese Klippe umschifft für meinen Geschmack niemand so gelungen wie Dietrich Fischer-Dieskau. Weder verschluckt er etwas, noch huscht er über diesen Part hinweg, noch klingt singt er ihn in der oben beschriebenen Weise, sondern er meistert diese Stelle einfach mit Bravour. Ernst Haefliger "Froh, wie seine Sonnen fliegen!" finde ich nicht ganz so gelungen. Als Tenor für die Neunte scheint mir Peter Schreier, den Sie z.B. bei Karajan, 1977 oder bei Blomstedt finden einfach unübertroffen.
Auch für die Solistinnen ist der Choral der Neunten nach meinem Dafürhalten etwas sehr schwieriges. Wer hier mit viel Vibrato und voller Inbrust schmettert gerät schnell in das von mir geschilderte karikaturartige. Irmgard Seefried und Maureen Forrester bewältigen diese Schwierigkeit mit Bravour und bieten eine eindrucksstarke und sehr gute Leistung.
Da Beethoven den Chor insbesondere gegen Ende hin manchmal in höchste Höhen führt, entsteht hier für meinen Geschmack ein Dilemma - ist der Chor eher klein (Beispiele Norrington mit LCP oder Järvi), so geht etwas vom Pathos und der Ausdruckskraft verloren. Zu große Chöre hingegen führen dazu, dass das ganze übersteuert und einfach zu wuchtig klingt. Davon ausgehend, dass es nur mehr oder minder schwere Ausprägungen dieser Extreme gibt (Dilemma-Struktur), so tendiert der Chor der St.-Hedwigs-Kathedrale in die letztgenannte Richtung. Es klingt wuchtig, aber eben noch nicht lächerlich und doch schlussendlich nicht zu heftig. Es steckt viel Pathos in dieser Aufführung, aber es ist adäquat.

Zu den übrigen Sätzen und damit zur Interpretation: der erste Satz gefällt mir in nahezu jeder Spielweise, wobei ich eine leichte Präferenz für ein etwas zügigeres Tempo und eine etwas transparentere Spielweise habe - Järvi ist ein gutes Beispiel. Aber Fricsay bietet eine sehr schöne Alternative im traditionelleren Stil. Am zweiten Satz gefällt mir persönlich die Tatsache, dass ich in diesem Satz am meisten das Alter der Aufnahme heraushöre. Die Pauke beispielsweise klingt eher etwas dumpfer und hallender, was mir gut gefällt. Bei Karajan finde ich persönlich noch etwas mehr Temperament, aber Fricsay macht seine Sache sehr gut.

Der dritte Satz ist für meinen Geschmack eher ein Schwachpunkt. Hier ziehe ich die historisch informierte schnellere Spielweise (z.B. Norrington oder v.a. Järvi) vor. Bei allen Altmeistern zieht sich dieser Satz ins gefühlt unendliche. So auch hier.
Die Dissonanz zu Beginn des 4. Satzes und des Chorals finde ich bei Fricsay etwas zu zurückgenommen. Ansonsten eine sehr gute Dirigenten- und Orchesterleistung.
Meine persönliche Referenz bleibt zwar Karjana, 1977, aber Fricsay ist eine extrem gute Alternative. Freue mich, dass ich diese gefunden habe. Schon alleine Fischer-Dieskaus Leistung wäre die Kaufempfehlung wert.

Solche Klasse zu diesem Preis! Kaufen!
 
  Ein eifersüchtiger Gott
Wie majestätisch der Kopfsatz, spielerisch leicht das Scherzo, transzendental der dritte Satz und über allen strahlt der Finalsatz mit seiner unvergleichlich höchstkarätigen solistischen Besetzung, das Orchester und der Chor sind über jedes Lob erhaben und am Pult Ferenc Fricsay.

Ausgerechnet Herbert von Karajan gehört zu den Förderern Fricsays und das zu Recht, denn dieser kleine Ungar ist der wahrscheinlich größte Dirigent aller Zeiten, allerdings hat ihn ein eifersüchtiger Gott viel zu früh von uns genommen; so wurde den Connaisseurs dieser Welt einer der schönsten Beethoven-Zyklen vorenthalten - allein das Fehlen der "Sechsten" hinterlässt eine schmerzhafte Lücke.

Ausser die vorliegende und die Einspielung von Celibidache, verstauben die anderen Neunten in meinem Regal - ach und wer war noch gleich dieser Karajan?


 
schön
5 Aufnahmen der 9. Symphonie von Beethoven kenne ich. Diese hier ist meine liebste Einspielung.
Ferenc Fricsay holt aus den Berlinern viel heraus. Sie spielen unter seiner Leitung einen mitreißenden und spannenden Beethoven. Ich halte sie für eine überzeugende Aufnahme.
Der Grund für den Erwerb dieser Aufnahme war allerdings Dietrich Fischer - Dieskau. Mich hat interessiert, wie er den Bariton - Part gestaltet. Ich finde, er singt ihn sehr gut. Seine Stimmführung ist gut. Auch seine Aussprache ist klar.