Die Schürzenjäger

Die Schürzenjäger sind eine der finanziell erfolgreichsten Bands in Österreich. Sie gründeten sich 1973 unter dem Namen die Zittertaler Schürzenjäger und änderten erst 1996 ihre Namen in „Schürzenjäger. Im Jahr 2007 gaben die Schürzenjäger ihr Abschiedkonzert für ihre zahlreichen Fans. Die Schürzenjäger begannen als regionale Tanzmusiker, die sich dem vom Publikum erwünschten Musikstil, der zum Beispiel im Musikantenstadl propagiert wurde, anpassten. Sie vollzogen eine Entwicklung von der traditionellen Volksmusik hin zu einer eher modern orientierten Bandstruktur, die sowohl den volkstümlichen Schlager spielten, aber auch rockige oder poppige Stilelemente nutzten. Sie hatten im Jahr 1987 ihren ersten großen Hit mit dem Songtitel „Sierra Madre“ und auch der „Zillertaler Hochzeitsmarsch“ brachte den Schürzenjägern einen großen Erfolg ein. 1996 brachten sie ein etwas rockigeres Album heraus, das mehrfach von der Musikindustrie ausgezeichnet wurde und in Deutschland sogar auf Platz 6 der Album-Charts landete.

Die Zittertaler Schürzenjäger benannten sich schließlich in die Schürzenjäger um, weil von der ursprünglichen Gruppierung von 10 Bandmitgliedern, unter denen sich auch Gastmusiker befanden, nur noch 4 Mann übrig waren. Die Schürzenjäger bestanden nun aus Peter Steinlechner, Willi Kröll, Freddy Pfister und Alfred Eberharter Senior. Obgleich die finanziellen Erfolge der Schürzenjäger berühmt machten, brach in Österreich gleichzeitig durch sie die Diskussion aus, ob die Pflege der Volksmusik Vorrang hatte oder ob volkstümliche Musik nur eine natürliche Weiterentwicklung darstellte. Die Pfleger der Volksmusik monierten den Erfolg des Zillertalers Hochzeitsmarsch durch die Schürzenjäger als Missbrauch der traditionellen Volksmusik und ihres kulturellen Erbes.

Neuen Schwung in die Band brachte vor allem der Schlagzeuger Patrick Cox, der musikalisch aus dem Bereich Rock und Hardrock Musik kam. Er vermischte die verschiedenen musikalischen Stilelemente, um den speziellen Sound der Schürzenjäger zu kreieren. Ihm sind auch die mehrminütigen Medleys auf den Konzerten nach 1990 zu verdanken, in denen Rockklassiker wie „We will rock you“ oder „Lady in black“ neu interpretiert wurden. Aber auch altbekannte Songs wie der “ Timple Boarischer“ wandelten sich von der volksmusikalischen Richtung hin zu rockiger klingenden Version, die bei den Fans positiv aufgenommen wurden.

Die Schürzenjäger gaben jedes Jahr im August in Tirol, wobei die Wahl meist auf Finkenberg fiel, eines der größten Open-Air-Konzerte in ganz Österreich. Zu ihrem Abschlusskonzert erschienen über 100.000 Fans, das der Höhepunkt ihrer Träume-sind-stärker-Tournee darstellte. Ihr allerletztes Konzert ihrer Abschluss-Tour „Lust auf mehr“ fand dann wieder in Finkenberg statt. Am Vortag war ihr letztes Album „Das Beste zum Abschied“ veröffentlicht worden. Ihr letztes Konzert gaben die Schürzenjäger in Deutschland in der Stadt Uelsen in der Grafschaft Bentheim in Niedersachsen.

Die Schürzenjäger haben in ihrer langen Karriere sehr viele Auszeichnungen bekommen, darunter die Goldene Europa und die Goldene Stimmgabel. Sie veröffentlichten insgesamt 49 Studioalben inklusive einiger Weihnachts-CDs sowie fünf Live-Alben ihrer wichtigsten Konzerte. Der Bandleader Peter Steinlechner war zusammen mit Alfred Eberharter Senior vom ersten Tag der Gründung mit dabei. Er war der Sänger, Songschreiber und Gitarrist der Band Schürzenjäger. Alfred Eberhardter spielte neben dem Akkordeon auch den Bass. Er musizierte bereits als Jugendlicher im Gasthof seiner Eltern. Als eine der treibenden Kräfte erwies sich dann Peter Cox, der als Schlagzeuger in die Band geholt wurde. Allerdings nahm er recht schnell großen Einfluss auf die musikalische Richtung der Schürzenjäger und ist damit ein wichtiger Bestandteil für das Erfolgskonzept dieser Band aus dem Genre Volksmusik. Peter Cox lebte zeitweilig in den USA, da sein Vater amerikanischer Soldat war.