Herbert Roth

Seine Musik war sein Leben. Sein Leben war eine musikalische Meisterleistung. Sein Lebensmotto: „Sei, was du willst, aber habe den Mut, es ganz zu sein.“ Der 1926 geborene Thüringer arbeitete nach abgeschlossener Lehre und Meisterprüfung im elterlichen Friseursalon mit. Bereits als Jugendlicher sang und jodelte er sich in die Herzen seiner Zuhörer. Der große Durchbruch gelang ihm am 15.04.1951 in der Gaststätte „Goldener Hirsch“ in Hirschbach. Hier hatte Herbert Roth seinen ersten Auftritt mit der „Suhler Volksmusik“ . Als Zugabe wurde das „Rennsteig – Lied“ gespielt, mit dem er und sein Ensemble weltbekannt wurde.

„Der Vater der Volksmusik“ wird Herbert Roth gerne genannt. Viele seiner Werke erlangten einen hohen Bekanntheitsgrad. Sein Jodel – Talent stellte er im Lied „Jodeln im Schnee“ unter Beweis. Mit „Probier“ s mal mit Jodeln“ sang sich der Jodel – Fan in die Herzen der Zuschauer. Noch heute machen Musiker eine Jodel – Ausbildung, um seine Lieder singen zu können. Die landschaftliche Schönheit seiner Heimat und der Berge rund um Suhl inspirierten Herbert Roth. Immer hatte er etwas zum Schreiben dabei, damit auch jeder Moment eingefangen und in einem Lied festgehalten werden konnte. „Nur ein Lied, welches vom Herzen kommt, geht auch zu Herzen.“ Herbert Roth hat seine Musik nicht „vorgetragen“ – Nein: Er hat sie gelebt.

Für seine rund 330 Kompositionen fand er Liebhaber in der ganzen Welt.

Eine schwierige Zeit waren für ihn die 50er – Jahre. In dieser Zeit war er den Musikkritikern und Kulturfunktionären ein Dorn im Ohr. Da er seine Lieder nur im Hochdeutsch schrieb und interpretierte warf man ihm vor, ab Absterben der Thüringer Mundart beteiligt gewesen zu sein. Es gab Anti – Roth – Demonstrationen von den Weimarer Musikstudenten und man wollte sogar öffentliche Veranstaltungen von Herbert Roth verbieten. Um nicht in den Fokus der Stasi zu geraten arbeitete Herbert Roth auch mit dem Pseudonym Matthias Wendt. Unter diesem Namen Schlager – , Tanz – und Unterhaltungsmusik für verschiedene Interpreten.

Erst als 1958 nach einem Auftritt Walter Ulbricht sagte, dass ihm die Musik gefallen würde, endeten die Anfeindungen. Über diese schwierige Zeit half ihm seine Ehefrau Edelgard weg, indem sie ihm unter anderem auch gerne seine Leibspeise Spagetthi mit Gulasch kochte. Nach langer Krankheit wurde Herbert Roth am 17.10.1983 erlöst.
Viele Werke konnte er in über 10.000 Veranstaltungen darbieten. Festgehalten wurden sie in 18 Singles, 10 Langspielplatten sowie in Fernsehfilmen. In den 32 Jahren seiner Karriere legte das Ensemble über 1, 4 Millionen Kilometer mit dem Bus zurück.

Seine Arbeit wurde mit folgenden Auszeichnungen geehrt:

  • „Ernst – Moritz – Arndt – Medaille“ der DDR (1963),
  • „Ehrenmedaille der Nationalen Front“ der DDR (1976),
  • „Vaterländischer Verdienstorden“ der DDR in Bronze (1978),
  • „Vaterländischer Verdienstorden“ der DDR in Gold (1983)

Im Jahr 1996 wurde zu Ehren von Herbert Roth ein Gedenkstein gesetzt, den seine Tochter Karin enthüllte. In Suhl wurde eine Straße nach ihm benannt.